Aussegnungshalle

Weidenberg - Friedhof bei St. Stephan

Die alte Leichenhalle, welche zuletzt im Jahr 1969 eine Verschönerung erfuhr, war marode und baufällig. Das Gemäuer entsprach nicht mehr den heute üblichen Anforderungen an eine neuzeitliche Trauerkultur. Auch die vorhandenen sanitären Anlagen waren nicht mehr hygienisch. Weil sich der Friedhof seit jeher in der Trägerschaft der Evang.-Luth. Kirchengemeinde befindet, muss diese nun den Neubau stemmen.

Doch es gibt Unterstützung. "Das Bestattungswesen ist nach dem Gesetz eine kommunale Pflichtaufgebe", sagt Bürgermeister Hans Wittauer. Weil die Kirchengemeinde dennoch den Betrieb der Friedhofsanlage zu tragen hat, steuert die Gemeinde zu den Baukosten bei. Auch das evangelische Dekanat Bayreuth-Bad Berneck hat Hilfe zugesagt. Dennoch musste die Kirchengemeinde mit ihren rund 2600 Mitgliedern einen enormen Kredit aufnehmen. Um die nicht durch Zuschüsse gedeckten Kosten minimieren zu können, bittet die Kirchengemeinde die gesamte Bevölkerung um Spenden. Schließlich steht der Friedhof allen Einwohnern und Konfessionen zur Verfügung.

So nimmt das Pfarramt am Gurtstein ab sofort Spenden in bar entgegen.
Auch Einzel- und Dauerspenden auf das Konto der Kirchengemeinde
DE 53 7806 0896 0008 7618 25 bei der
VR Bank Bayreuth-Hof sind möglich.
Die Spenden sind steuerlich abzugsfähig.

Hier haben Sie auch die Möglichkeit einer Online Spende.

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Der Plan - Seit Anfang 2019

Die neue Aussegnungshalle soll aus drei Baukörpern bestehen. Der erste, kleinere Gebäudeteil wird mit einer Kühlung für bis zu drei Särgen ausgestattet (links). Im rechten Gebäudeabschnitt werden die sanitären Anlagen untergebracht, ferner eine kleine Sakristei und ein Lager für Gerätschaften. Im neuen Aussegnungsraum, der in der Mitte entstehen soll, werden 25 Sitzplätze geschaffen. Damit sind auch Trauerfeiern im kleineren Kreis möglich. Um den Raum möglichst leicht und luftig zu gestalten, wird Holz und Glas verwendet.
 

Endlich war es soweit - August 2020

Nachdem Wasser und Strom durch jeweils eine Fachfirma abgeklemmt wurden, haben Mitte August 2020 die Abbrucharbeiten der alten Leichenhalle begonnen. Mit Hilfe eines Baggers wurde das Gebäude abgetragen, die Baustoffe getrennt und schließlich von mehreren LKWs abtransportiert. Zum Schluss wurde die Fläche eingeebnet, damit die Bauarbeiten für die neue Aussegnungshalle endlich beginnen konnten.

Als Fundament für den Neubau wurde durch die Firma Morawe eine Beton-Bodenplatte gesetzt. Der nächste Schritt folgte sogleich. Die Zimmerer und Schreiner der Firma Kohl aus Edelsfeld stellten innerhalb von zwei Tagen die drei Gebäudekörper aus Holz auf.

Es geht langsam voran, meist im Verborgenen.

In den vergangenen Monaten ist einiges am Bau geschehen. Zunächst konnten fast alle Gewerke an entsprechende Firmen vergeben werden. An den Baukörpern erfolgte die Dämmung und die Beschichtung mit einem Vlies, um anschließend die Holzfassade anbringen zu können. Auch der Spengler war fleißig am Werk, so wurden die Dachelemente mit den dazugehörigen Dachrinnen und weiteren Blechbeschlägen angebracht. Aufgrund des Wintereinbruchs mussten im Januar 2021 die Arbeiten unterbrochen werden.

Handwerkermangel, Lieferengpässe, Preiserhöhungen ...

Die Arbeiten gingen nun Stück für Stück weiter. Sorgen bereiteten uns die Lieferengpässe im Bereich einzelner Materialien und Baustoffe. Selbst scheinbar einfach lieferbare Bauteile wie PVC-Rohre oder Stahlelemente waren aktuell nur schwer am Markt zu bekommen. Dennoch konnten wir einige wichtige Basisarbeiten erledigen, welche die Grundlage für den weiteren Baufortschritt darstellten.
So hat der Spengler seine Dacharbeiten abschließen können, die sehr gelungen sind. Auch die Zimmerei hat die Holzverschalung der drei Baukörper soweit als möglich erledigen können, was sehr natürlich, schön und elegant aussieht. Hier fehlten lediglich noch die Arbeiten, die nach dem Einsetzen der Tür- und Fensterelemente nötig wurden. Da die Aussegnungshalle in Holzbauweise gefertigt ist, waren wir sehr erleichtert, hier das Material bereits verbaut und abgerechnet zu haben, weil der Holzpreis aktuell bereits eine Steigerung von ca. 50% im Vergleich zum Vorjahr aufgewiesen hat, was unsere Finanzierung erschweren oder gar unmöglich machen würde.
Des Weiteren konnten die Schweißbahnen verlegt und die Bodenplatten abgedichtet werden. Schließlich erfolgte die Rohinstallation für Elektrik und Sanitär, so dass auch hier absehbar der Anschluss weiterer Geräte erfolgen konnte.

Der Bau in seinem zweiten Winter.

Im zweiten Halbjahr 2021 konnten einige Arbeiten fortgesetzt werden. Schritt für Schritt ging es um Kabel, Rohre, Dämmung, Anstriche, Fenster- und Türrahmen, technische Geräte ...

Besonders herausfordernd war dann der Einbau der großflächigen Fenster im mittleren Baukörper. Die Scheiben mit einer Fläche von mehreren Quadratmetern und einem Gewicht bis zu einer halben Tonne mussten mit einem speziellen Kran samt einer Saugvorrichtung gehoben, gedreht und schließlich millimetergenau eingesetzt werden. Die einzelnen Gebäudeteile sind seit November 2021 geschlossen und winterfest.

Schaun wir mal, wie es weitergeht ...

 

... Schritt für Schritt geht es weiter. Ein Rädchen muss in das andere greifen. Wenn eines hängt, bleiben die  übrigen auch stehen. Der Winter war lange kalt und der Estrich musste warten.

Nachdem dieser in allen drei Gebäudeteilen der Aussegnungshalle eingebracht worden ist, konnten in den letzten Wochen zahlreiche Kabel und Rohre verlegt, Schaltkästen und Kabelschächte gesetzt und die restlichen Platten für den Innenausbau angebracht werden.
Als die Heizplatten eingebaut und auf ihre Funktion überprüft worden sind, wurden auch die Wände verfugt und die nötigen Anschlussdosen gesetzt.
Im linken Baukörper für die Kühlung waren nach der Anbringung der Dämmung ebenfalls die Trockenbauer am Werk, haben die Gipskartonplatten befestigt, so dass nun die Kühlung eingebaut werden kann.
Im rechten Baukörper wurden im Sanitärbereich die Wasserleitungen und -rohre verlegt, nun sind hier die Wände für die Anbringung der Sanitäreinrichtungen vorbereitet.
Mittlerweile sind auch die beiden historischen Grabplatten beim Steinmetz und werden dort aufbereitet, damit sie wieder am sichtbaren Ort angebracht werden können.

Das Foto vom 11.05.2022 zeigt die Arbeit der Trockenbauer.